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Die Dominik Liss Show WordPress & Business Talks

#035: Ein objektiver Blick auf die Agentur Welt | m. David Wippel

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Überblick

Du bist Dir noch nicht sicher, ob die Gründung einer Agentur der richtige Schritt ist? Dann hör Dir die Episode auf jeden Fall an!

Diese Woche reden wir mit David Wippel und Du wirst sehr hilfreiche Insights bekommen, wenn Du gerade eine Agentur gründen willst oder wenn Du bereits im Agentur-Alltag drinnen bist.

In diesem Gespräch unterhalten wir uns über folgende Themen:
00:00 Recap
01:03 Intro
05:25 WordPress Agentur vs. Software Agentur
07:46 Vom Freelancer zum Agentur-Leiter
17:45 Die Challenges einer One-Man-Show
19:23 Nach dem Ausstieg...
21:22 Stundensätze, Pauschalpreise oder Abo Modell (als Agentur)
32:35 Der Ausstieg aus der Agentur
36:39 Das Leben nach dem Ausstieg
43:13 Wenn Du eine neue Agentur gründen würdest...
48:29 Große Kunden finden
01:00:34 Agentur alleine gründen?
01:06:05 Deine aktuellen Ziele?
01:07:36 Bullet Fragen

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https://www.essentialcode.at
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Transkript

Und dann muss man da reinwachsen.

Also das ist tatsächlich auch etwas, wo ich mich sehr lange sehr schwer getan habe.

Weil was passiert? Du veränderst zu 100 Prozent deinen Beruf.

Die meisten Freelancer, so wie es mir auch gegangen ist, sind ja gern Freelancer, weil sie die Sache, die sie machen, in meinem Fall Software entwickeln, ja wirklich gern tun und auch gut können hoffentlich.

Und auf einmal kommst du drauf, hoppala, ich habe einen komplett anderen Job, auf einmal muss ich ein Team führen, ich muss mich um Cashflow kümmern, ich muss eine Quizze betreiben, ich muss irgendwie ein Marketing auf die Beine stellen.

Also etwas fundamental anderes.

Das habe ich realisiert, als ich zum ersten Mal eine Zeit gehabt habe, wo ich drei Monate lang keinen einzigen Strichcode geschrieben habe.

Das war heute die Realisierung, das war wirklich die Sache.

Also das muss man sich halt verinnerlichen, wenn man so etwas macht und in diese Richtung geht, wird dieser Zeitpunkt kommen, wie das Amen im Gebet.

Das hat mir auch jeder gesagt vorher, der schon ein bisschen weiter in der Journey war, das wird kommen, ich wollte es noch nicht glauben.

Und dann kommt der Zeitpunkt und auf einmal hast du einen anderen Beruf und dem musst du halt auch gefallen.

Du musst ihn dann ja länger ausüben, das muss dir Spaß machen.

Hallo und herzlich willkommen bei der 35. Episode der Dominik Liss Show.

Auf diesem Podcast gibt es WordPress und Business Talks.

Das heißt, wenn du WordPress in deinem Business verwendest, dann bist du hier genau richtig, weil jede Episode ist vollgepackt mit nützlichen Tipps, Tricks und Storys und Erfahrungen der besten Experten aus der WordPress-Branche.

Und das Ziel des Podcasts ist es, dir dabei zu helfen, ein besserer Professional in der WordPress -Welt zu werden.

Und diese Woche reden wir mit David Wippel.

Und deswegen wird das eine interessante Episode sein, weil wie du es vielleicht schon aus dem Titel ausgelesen hast, wird es um das Thema Agenturgründen in 2024 gehen.

Also da werfen wir so einen objektiven Welt auf die Agenturwelt.

Und wenn du dir mal überlegt hast, soll ich eine Agentur gründen, soll ich keine Agentur gründen, dann wird dir die Episode sehr viele Insights geben.

Und der einzige Twist ist, wir werden da jetzt nicht in dem WordPress-Kontext so stark bleiben, weil der Background von David, also er wird euch das gleich auch selbst erzählen, aber der Background von David ist, dass er auf der Softwareentwicklungswelt kommt und da ist er Co-Founder von der Agentur TRIGO.

Und TRIGO ist eine Softwareentwicklungsfirma, die jetzt nicht so stark zum Beispiel im WordPress sitzt, aber dann auch zum Beispiel Applikationen einfach macht, Custom Software und all diese Sachen, die dazukommen.

Aber das Spannende ist, er ist da bei TRIGO ausgestiegen und macht jetzt alleine weiter, beginnt seine eigenen Produkte zu bauen.

Also er hat die ganze Palette von der Agenturwelt miterleben können und das wird er uns weiter erzählen.

Das heißt, falls du am überlegen bist, ist eine Agentur eine gute Idee oder eine schlechte Idee, dann wirst du jetzt auf jeden Fall sehr coole Inputs bekommen.

Und da an der Stelle, David, herzlich willkommen.

Könntest du dich bitte jetzt auch selbst vorstellen, damit dich die Zuschauer und Zuschauerinnen ein bisschen besser kennenlernen können? Ja, gerne.

Hallo Dominik, David mein Name.

Ich bin jetzt seit 25 Jahren in der Softwareentwicklung tätig, davon eigentlich durchgehend als Unternehmer in der Selbstständigkeit.

Habe, wie du vorher schon gesagt hast, in den letzten zwölf Jahren eine Agentur, eine Softwareagentur mit aufgebaut, die sich primär um B2B-Software, ERP-artige Dinge gekümmert hat.

Das hat sich dann natürlich über die Jahre in viele Richtungen bewegt.

Wir haben die Software dann auch betrieben und so weiter und so fort.

Und ja, nach zwölf intensiven Jahren bin ich jetzt vor fünf Monaten, sechs Monaten eigentlich jetzt schon, ausgestiegen, um mich mal in der Welt der Softwareprodukte zu versuchen.

Und du hast jetzt schon ein Produkt am Start, Glasswise, und könntest du das vielleicht ganz kurz beschreiben, weil ich finde es gut, wenn die Leute sehen, du hast schon, obwohl es jetzt ein paar Monate noch waren, hast du da schon irgendwas Greifbares gemacht, und es ist halt schon kurz vor dem Start oder es ist schon gestartet, nur die rechtliche Basis, auf welcher das passiert ist, ist kurz vor dem Start.

Und könntest du darüber kurz erzählen, wie du von der Idee und wie es jetzt der aktuelle Stand ist von dem Produkt? Ja, voll gern.

Auf die Idee gekommen bin ich dank meiner Frau.

Die arbeitet auch in der Weinbranche im Handel und ist irgendwann nach Hause gekommen.

Hey, da kommt so eine neue EU-Verordnung.

Und da denke ich mir, okay, ja, EU-Verordnungen gibt es viele.

Ich habe mich da mal kurz eingelesen.

Und es geht darum, dass Winzer und Winzerinnen ab dem 8. Dezember 2023 Nährwertangaben und Inhaltsstoffe auf ihre Rückettiketten bringen müssen.

So, jetzt kann man sich vorstellen, dass das ziemlich viel Informationen ist und die Rückettiketten traditionellerweise meistens eh schon recht voll sind und klein sind.

Und deswegen kann man das via QR-Code auf eine Webseite auslagern.

Und um das dreht sich mein Produkt Gleisweiß.

Eben genau das zu ermöglichen, einerseits mal EU-verordnungskonform zu sein und dann auch zu schauen, wie kann ich über das hinausgehen, weil es ja auch ein Touchpoint ist mit der Marke, und wie kann ich das dann auch ein bisschen für Marketing nutzen oder für Markenbildung.

Und das habe ich jetzt die letzten Wochen gemacht und stehe jetzt da ganz, ganz kurz davor, live zu gehen.

Das 31. Oktober ist mein Stichtag.

Ich habe mir selber eine Deadline gesetzt, damit das auch tatsächlich fertig wird.

Genau, das ist Gleisweiß.

Na, ich bin schon mega gespannt, wie das läuft.

Und danke, dass du dann auch die Zeit dafür gefunden hast, dass wir uns jetzt unterhalten können.

Vor allem, weil das jetzt schon so knapp vor dem Live-Gang ist von deinem Produkt.

Da hast du sicher auch viele nicht vorhersehbare Situationen, die jetzt auf dich zukommen.

Aber ich bin schon mega gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Und damit wir das Thema vielleicht kurz erklären, weil die meisten Leute, die da zuhören und zuschauen, die sind jetzt speziell dann eben im WordPress-Kontext und erwarten sich jetzt so, hey, was hat das jetzt mit mir zu tun? Weil ich bin ja jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, zum Beispiel WordPress, da bin ich selbstständig oder habe ein kleines Team oder mache meine eigenen Projekte oder Produkte mithilfe von WordPress.

Und jetzt reden wir über Gleisweiß und über Trigo und das eine Softwareentwicklungsfirma und all diese Sachen.

Weil damit wir da ein bisschen so einen Kontext geben, es wird allgemein um Agentur gehen.

Ob das jetzt eine Webagentur ist, eine WordPress -Agentur oder eine Softwareentwicklungsfirma oder Agentur, da sind die Konzepte ja sehr ähnlich.

Und deswegen fand ich es mega spannend, dass wir uns jetzt unterhalten können, weil du da schon sehr viel Erfahrung hast, welche du einfach uns weitergeben kannst, falls jetzt sich wer überlegt, soll ich eine Agentur gründen, soll ich keine Agentur gründen und so weiter.

Also es wird allgemein um Agentur gehen und es ist dann eins zu eins zu übernehmen, dann auch auf Webagenturen und WordPress-Agenturen.

Es wird natürlich so fachliche Kleinigkeiten geben, die sich unterscheiden, dann konkret in der Abwicklung der Projekte.

Aber ich sage jetzt mal, die Business-Konzepte oder die Agentur-Konzepte, die dahinter stehen, sind sehr ähnlich.

Und ist das von deiner Seite auch so, diese Einstellung? Oder siehst du da irgendeinen großen Unterschied zwischen einer normalen Webagentur, jetzt zum Beispiel im WordPress-Kontext und einer Softwareagentur? Gute Frage.

Also ich glaube, der Kern oder der größte Unterschied liegt in der Durchlaufzeit der Projekte.

Wenn man Webseiten macht, selbst sehr umfangreiche Webseiten, sind vielleicht in Monaten erledigt und manche Softwareprojekte dauern halt Jahre.

Die Sales-Zyklen sind vielleicht ein bisschen länger.

Aber im Kern unterscheidet es, also wenn man es sich mal von weiter weg anschaut, unterscheidet es sich im Kern nicht.

Die einzelnen Schritte, die da so passieren.

In einer Agentur, die Webseiten macht, sind die vielleicht schneller hintereinander.

Das könnte man, das würde ich jetzt als Kernunterschied sehen zu einer Softwareagentur.

Ja, könntest du uns da ein bisschen so mitnehmen durch deine Story? Also wie ist es da so dazu gekommen? Wie ist es zu Trigo gekommen? Wie ist es dann dazu gekommen, dass du ausgestiegen bist? Was waren so deine Motivationen am Anfang? Was waren deine Motivationen am Ende? Und ja, kannst du uns da ein bisschen so mitnehmen und deine Story erzählen? Also ich glaube, Trigo ist entstanden, wie so die meisten Agenturen entstehen, durch Zufall.

Ich habe mit meinen jetzt ehemaligen Partnern gemeinsam gearbeitet.

Die Firma hat es dann nicht mehr gegeben.

Und wir haben gemeinsam gesagt, irgendwas müssen wir jetzt machen.

Und da sind bestehende Kunden.

Okay, machen wir halt gemeinsam weiter.

So als Freelancer-Kollektiv war damals so die Idee.

Drei Freelancer tun sich zusammen, decken sich ein bisschen gegenseitig für Urlaube und Krankenstände ab und machen halt so Reprojekte.

Und ich denke, das ist etwas, das nicht so unüblich ist, glaube ich.

Also diese Gründungsstory.

Viele Freelancer fangen halt an, haben mehr Projekte und irgendwann, Mitarbeiterinnen wären nicht so schlecht.

Und bei uns war das dann genauso.

Man muss auch dazu sagen, natürlich vor zwölf Jahren war das ein bisschen anders als jetzt.

Marketing oder Vertrieb oder so haben wir gar nicht machen müssen.

Es hat dermaßen viele Projekte gegeben, dass wir gar nicht gewusst haben, wie wir das abarbeiten sollen.

Also wir haben vermutlich den besten Zeitpunkt damals erwischt, um eine Softwarefirma zu starten.

Also wir haben tatsächlich, greife ich kurz vor, die ersten fünf, sechs Jahre quasi null Marketing machen müssen.

Wir haben irgendwann im dritten Jahr einmal eine Website gemacht.

So more or less.

Also von daher.

Aber ja, es ist immer mehr Arbeit gekommen.

Dann ist der erste Mitarbeiter gekommen.

Dann ist die erste Mitarbeiterin gekommen.

Und das Ganze ist dann so organisch dahin gewachsen.

Und das ist dann gleichzeitig irgendwie so das Erste, was ich im Nachhinein sage, was ich nie mehr so machen würde.

Das ist mir so alles so nebenbei passiert.

Vor allem im operativen Geschäft drinnen.

Und auf einmal stehst du da und hast sechs Mitarbeiterinnen.

Okay, das war so der erste Moment, so nach vier, fünf Jahren in der Agentur, wo ich mir dann gedacht habe, okay, das geht nicht einfach nur mehr so nebenbei.

Ich muss mir irgendeine Strategie zurechtlegen.

Wie gehe ich mit den Mitarbeiterinnen um? Wie mache ich eine Krise und so weiter? Weil auf einmal ist die Paywall so hoch, dass das nicht mehr so ganz von alleine durch Empfehlungen und so weiter abzudecken war.

Also ich habe müssen aktiv werden zum ersten Mal.

Da habe ich vielleicht zum ersten Mal realisiert, jetzt bin ich kein Softwareentwickler mehr, sondern jetzt muss ich mich selbst zum Unternehmer machen.

Kurze Unterbrechung in eigener Sache.

Deswegen das Hemd.

Und zwar geht es um die WordPress Community Gruppe.

Wir haben jetzt eine Community Gruppe auf Discord.

Und dort kannst du Antworten auf deine WordPress Fragen finden.

Du bekommst konstruktives Feedback zu deinen WordPress-Projekten.

Und es gibt regelmäßige Sprechstunden, die ich dort posten werde.

Dort kannst du live deine Fragen stellen oder einfach teilnehmen und zuhören, welche Fragen andere Teilnehmer haben.

Dort werden teilweise auch Podcast-Gäste sein, andere Experten aus der WordPress-Branche.

Also da wirst du wirklich cooles Feedback bekommen und coole Antworten auf deine Fragen.

Und das alles ist kostenlos.

Das einzige, was du machen musst, du musst unten auf den Link klicken.

Dort kommst du zu der Seite, wo du dir ja melden kannst.

Und dann bekommst du die gesamte Anleitung, wie du in der Community Gruppe beitreten kannst.

Und jetzt geht's weiter mit dem Video.

Und das war dann so ein bisschen so aufgezwungen? Oder war das so, okay, du hast gesehen, dass das kommt, deswegen wolltest du dann sowieso schon in diese Richtung? Oder war das so an einem Tag so voll die Überraschung so, hey, ich muss mich da kümmern drum und sonst bekommen die Mitarbeiter am Ende des Monats kein Gehalt und sonst schaut's schlecht aus? Oder wie war das da für dich? War das einfach so von einem Tag auf den anderen? Oder konntest du dich da irgendwie so halbwegs drauf vorbereiten? Ich bin viel zu spät draufgekommen.

Ich glaube, das braucht man nicht, wenn man nur so ein paar Leute sind.

Und tatsächlich, wenn man nur so zu dritt, zu viert, zu fünft ist, sind die Kommunikationsnetze klein, die Wege sind kurz.

Das funktioniert tatsächlich als Chaoshaufen, sage ich einmal.

Wirklich auch gut.

Wir haben sehr gut zusammengearbeitet, die Projekte haben funktioniert.

Aber sobald die Netze größer werden, also sechs, sieben Leute, kommst du dann drauf, geht nicht mehr so gut.

Und ich bin viel zu spät draufgekommen in Wahrheit.

In Wahrheit hätte ich mich müssen viel früher ganz bewusst dafür entscheiden oder wir drei im Gründungsteam dafür entscheiden, dass einer von uns sich quasi zum größten Teil aus dem operativen Geschäft herausnimmt und an dem Unternehmen selbst arbeitet.

Und da haben wir wirklich lange gebraucht, um das zu realisieren und dann auch sehr viel und intensiv diskutiert im Gründungsteam.

Wer darf das? Weil es war quasi so, wer muss nicht mehr Projekte machen? Eine Zeitlang die Diskussion.

Also da kann ich echt nur empfehlen, sich damit rechtzeitig auseinanderzusetzen, weil ich war sicher zwei Jahre zu spät dran, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Und dann war es hart.

Ja, weil dann hast du dann wieder die Entscheidung, entweder du drückst es durch oder du steckst aus.

Ja, also es hat dann keine Alternative gegeben, weil natürlich wollte ich die Firma, ich wollte, dass das weiter wächst, ich wollte, dass das funktioniert.

Also man sieht es jetzt nicht, aber da neben mir ist eine Bücherwand, da sind sicher hundert so Businessbücher drin, weil das war dann mein Versuch, über das mir das Wissen anzueignen, das mir gefehlt hat.

Ich war zwar, glaube ich, nicht der schlechteste Softwareentwickler, aber als Unternehmer war ich ein vollkommener Amateur zu dem Zeitpunkt noch.

Das heißt, lernen, lernen, lernen, das alles neben der Projektarbeit, weil die wird nicht weniger.

Und dann muss man da reinwachsen.

Also das ist tatsächlich auch etwas, wo ich mich sehr lange sehr schwer getan habe, weil was passiert? Du veränderst zu 100 Prozent deinen Beruf.

Die meisten Freelancer, so ist es mir auch gegangen, sind ja gern Freelancer, weil sie die Sache, die sie machen, in meinem Fall Software entwickeln, ja wirklich gern tun und auch gut können, hoffentlich.

Und auf einmal kommst du drauf, hoppala, ich habe einen komplett anderen Job, auf einmal muss ich ein Team führen, ich muss mich um Cashflow kümmern, ich muss eine Quizze betreiben, ich muss irgendwie ein Marketing auf die Beine stellen.

Also etwas fundamental anderes.

Das habe ich realisiert, als ich zum ersten Mal eine Zeit gehabt habe, wo ich drei Monate lang keinen einzigen Strichcode geschrieben habe.

Das war harte Realisierung, das war wirklich die Sache.

Also das muss man sich halt verinnerlichen, wenn man so etwas macht und in diese Richtung geht, wird dieser Zeitpunkt kommen, wie das Amen im Gebet.

Das hat mir auch jeder gesagt vorher, der schon ein bisschen weiter in der Journey war, das wird kommen, ich wollte es nur nicht glauben.

Und dann kommt der Zeitpunkt und auf einmal hast du einen anderen Beruf und dem musst du halt auch gefallen.

Du musst ihn dann ja länger ausüben, das muss dir Spaß machen.

Und ich habe eine Zeit gebraucht, um mich da hineinzufuchsen und dass mir das auch Spaß macht.

Also am Anfang war dein Alltag so, hey, du arbeitest dann in Projekten, du schreibst Code, du verwirklichst die Projekte.

Und dann nach einiger Zeit war es so, hey, du schreibst eigentlich nur E-Mails, du bist die ganze Zeit in Meetings, du planst Projekte, du schreibst Angebote, du gehst den Leuten nach, zum Beispiel in Bezug auf Rechnungen und so weiter.

Du musst dich darum kümmern, dass genug Mitarbeiter da sind, um die Projekte zu realisieren und all diese Sachen.

Und das war einfach so viel Arbeit, dass es dann Überhand genommen hat und dass das einfach dann voller Fokus dann war, oder? Genau, also man ist ja dann der einzige Marketing -Mitarbeiter, der einzige Vertriebler, man ist ja nur Projektmanager und arbeitet noch immer ein bisschen in Projekten mit.

Mitarbeiter, HR macht, na natürlich, wir waren zu dritt im Gründungsteam und konnten uns das auch aufteilen, ohne das wäre es eh nicht gegangen.

Also ich nehme nicht für mich heraus, dass ich das alles gestemmt hätte.

Keine Chance, alleine.

Also Chapeau für alle, die das wirklich komplett alleine durchziehen.

Das ist wirklich krass.

Aber ja, du bist irgendwann vor allem in dem Weg, wo du dann nicht mehr in den Projekten arbeitest, aber noch so nah dran bist, dass du zum Beispiel das Key-Accounting machst, also wirklich mit den Kundinnen redest, Upsales versuchst an den Start zu bringen.

Aber dann die Umsetzung selber im Projekt nicht mehr machst.

Da bist du noch recht nah dran.

Also der Umstieg ist krass, weil du bist so halb drinnen, halb draußen.

Das war ein bisschen weird.

Bis du dann irgendwann wirklich nur mehr im Unternehmen arbeiten kannst.

Oder zumindest eine Zeit der Woche, des Monats, nur mehr im Unternehmen arbeiten kannst.

Ja, und da ist, glaube ich, ein großer Vorteil, dass ihr halt von Anfang an zu dritt warst.

Ich glaube, du hast das bezeichnet als das Freelancer-Kollektiv, dass ihr da zu dritt angefangen habt, Projekte zu machen.

Weil ich glaube, das, wo die meisten Leute, und da nehme ich mich auch gar nicht draus, also da habe ich oft schon mit dem Gedanken gespielt, aber wenn du alleine beginnst und alleine die Projekte umsetzt und dann nach einigen Projekten, nach ein, zwei, drei Jahren, sagen wir es mal so, fragst du dich so, okay, was ist der nächste Step? Und der natürliche nächste Step wäre so ganz klassisch, Agentur zu gründen, Mitarbeiter anstellen und so weiter.

Das, was mich aber da abschreckt, ist, dass ich dann einfach dafür verantwortlich bin, dass irgendwer am Ende des Monats dann noch sein Geld bekommt.

Und da einfach diese Verantwortung zu haben, so jemand anderer vertraut mir oder ist davon abhängig, dass ich genug Umsatz mache in der Agentur, damit ich dann die Mitarbeiter bezahlen kann, das ist ein riesengroßer Step von, okay, ich bin jetzt da alleine in meiner Höhle am Schreibtisch und mache dann die Projekte hin zu, okay, ich muss da jetzt wirklich monatlich so viel Umsatz generieren, damit das wirklich sinnvoll ist, damit die Mitarbeiter nicht davonlaufen und so weiter.

Und das ist, glaube ich, für die meisten Leute dann ein riesengroßer Sprung.

Ich habe den Sprung noch nicht gemacht.

Ich weiß nicht, ob ich den überhaupt machen will oder nicht.

Aber falls es ja gerade in der Situation ist, überlegt sich, hey, soll ich das eigentlich alleine aufbauen? Soll ich da als Freelancer oder als Selbstständiger das alleine machen und das weitermachen und das aufziehen? Oder soll ich da vielleicht von Anfang an gleich eine Unterstützung suchen in Form von Mitarbeitern? Was wären dann so die Benefits oder was wären so die Nachteile von einer Agentur, wenn wir jetzt davon ausgehen, von dem Standpunkt so, hey, ich bin jetzt eine Person und ich bin mir nicht sicher, welchen Weg ich einschlagen soll.

Naja, also vielleicht fangen wir an, welche Probleme oder Herausforderungen hat man als einzelner Freelancer? Du hast zum Beispiel, natürlich würdest du gerne mal Urlaub gehen, du bist mal krank, du hast vielleicht auch mal eine Projektflaute.

Gut, das kann auch bei der Agentur passieren, aber alles hängt an dir.

Wenn du dich nicht hinsetzt und deine Arbeit machst, zero money, kein Einkommen, aus.

Liegt irgendwo in der Natur der Sache, wenn man alleine ist.

Wenn man jetzt eine Agentur hat und man hat die ersten MitarbeiterInnen, dann hat man halt insofern den Vorteil, dass nicht mehr alles an einer Person hängt, dass das abgewickelt wird.

Du kannst mehrere Projekte machen, du kannst vielleicht größere Projekte machen.

Ja, natürlich hast du dann diese Verantwortung und ich gehe dazu, wie ich das zum ersten Mal realisiert habe, dass ich dann auf einmal jeden Monat dieses Geld an den Start bringen muss, war das niederschmetternd.

Gleichzeitig kann ich mich an viele Momente erinnern, wenn du dann in das Büro reingehst und darin wird gearbeitet, du weißt, die Projekte gehen weiter, alles wird rechtzeitig fertig usw.

Das ist schon cooler.

Wo du dir mal einen Tag nehmen kannst und die einfach auf deine Terrasse setzt oder in ein Café aussetzt und genau gar nichts machst und trotzdem läuft alles weiter.

Und das ist vielleicht, muss man das so aufzäumen, dass man sagt, wo möchte ich hin eigentlich.

Taugt mir mein Handwerk so sehr, dass ich das immer ausführen möchte und möchte ich unabhängig bleiben, dann ist vielleicht Freelancerin bleiben der richtige Weg.

Wenn ich aber sage, ich möchte eigentlich, keine Ahnung, für bestimmte Kunden arbeiten oder ich möchte eben nicht mehr jeden Tag selber diesen Hustle haben, dann ist der Agenturweg vielleicht auch möglicherweise der richtige.

Und da ist halt viel passiert.

Dann hast du dich vom Trio getrennt und jetzt machst du weiter oder betreust du dann einige Kunden noch im Rahmen der Selbstständigkeit als Einzelperson, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe.

Und da gibt es halt immer so einen Deckel.

Also ich weiß nicht inwiefern du, welche Ziele du jetzt hast mit der Selbstständigkeit oder ob das einfach jetzt sowieso, hey, du hast noch die Kunden, die du gerne betreuen würdest, du machst dich nicht im Stich lassen, deswegen machst du das in der Form weiter.

Oder hast du da jetzt andere Pläne für die Zukunft in Bezug auf die Selbstständigkeit und die Abwicklung von Projekten oder ist da so eine Übergangslösung zwischen, hey, ich mag jetzt mir eigentlich die Produkte aufbauen, aber irgendwie musst du dich dann doch erhalten in der Zwischenzeit, bis die Produkte ins Rollen kommen.

Oder hast du da schon ein größeres Ziel zwischen der Selbstständigkeit, dass du das langfristig dann auch alleine weitermachen möchtest? Also da ist mein klares Ziel, in Richtung Produkte zu gehen.

Ich habe ein paar wenige Kundinnen und Kunden, die ich schon sehr lange betreue, mit denen ich schon sehr lange zusammenarbeite, die jetzt auch diesen Wechsel von der Trigo zu Essential Code mit mir mitgemacht haben, die, wie du sagst, dafür sorgen, dass die Lichter mal anbleiben und die möchte ich auch weiter betreuen.

Also das Dienstleistungsgeschäft, das ich da habe, soll auch so weiterlaufen.

Das ist so eine Art Grundrauschen.

Ich habe aber nicht vor, da jetzt wieder Agentur draus zu machen und Mitarbeiter und mehr Projekte, um nicht in diesen Kreislauf zu kommen.

Also die Projekte, die ich jetzt habe, kann ich allein gut abwickeln, ohne dass sie mich zu 100 Prozent auslasten und die restliche Energie geht in Produkte, weil das für mich der Weg ist, auch als Einzelperson oder als sehr, sehr kompaktes Team, also ich will nicht ausschließen, dass da nie wieder Mitarbeiterinnen kommen, aber wenn, dann bleibt es ultra klein, zu skalieren, also auch finanzielle Ziele zu erreichen, die als Einzelperson, wenn du deine Zeit verkaufst, in der Regel nicht erreichbar sind, weil du immer irgendwo den Deckel hast.

Genau, das ist so das, was für mich in den nächsten fünf Jahren ansteht.

Ja, weil das ist irgendwie dann auch, was du jetzt das Wort gesagt hast, das mit der eigenen Zeit zu verkaufen, das macht man als eine selbstständige Person eigentlich immer.

Also wenn du alleine an den Projekten sitzt oder dann auch zum Beispiel, auch wenn du, finde ich, Angestellte hast, ich meine, ich habe da jetzt keine Erfahrung, deswegen kann ich da auch nicht aus Erfahrung sprechen, aber du skalierst einfach nur deine Zeit ein bisschen, aber insofern ist es ja auch limitiert, weil die anderen Mitarbeiter ja auch ein Limit haben an den Stunden, die sie an dem Tag arbeiten können.

Also du kannst dann einfach mehr Arbeit machen, weil du mehr Output geben kannst, aber insofern bist du noch immer dahingegen limitiert, dass du ja deine Zeit gegen Geld verkaufst, ob das jetzt deine Zeit konkret ist auch oder auch die Zeit von deinen Mitarbeitern, ist ja halt dann auch, finde ich, irgendwie gleichrangig.

Also da gibt es jetzt nicht so viele Unterschiede, es ist einfach nur größer, aber die Nachteile hast du ja genau die gleichen, oder? Voll.

Also wenn du dich für das Agenturmodell entscheidest, wo du deine Zeit gegen Euro tauscht oder Dollar oder was auch immer, dann machst du nur eines aus meiner Sicht, du nimmst die kleinen Probleme, die du als Freelancer mit diesem Zeit gegen Geld tauschen hast, du machst sie riesengroß, weil die Wahrheit ist, du hast dann vielleicht zehn Mitarbeiterinnen, die du alle nach Zeit verkaufst, dann machst du vielleicht einen fantastischen Jahresumsatz, schaut super aus, deinen Google Sheets oder wie auch immer, aber was überbleibt, ist trotzdem natürlich denkbar gering, weil die Mitarbeiterinnen wollen natürlich auch ein Geld verdienen.

Also das Modell kann funktionieren, das funktioniert aber aus meiner Sicht nur, wenn du sehr schnell sehr groß wirst, damit du wirklich viele Mitarbeiterinnen hast, wenn du dann in so einem Bereich zwischen 10 und 30 bleibst.

Ich habe das gehabt, da kann ich erzählen, weil wir haben das auch eine Zeit lang gemacht, dass wir nach Zeit verkauft haben und dann ist ein Projekt mehr oder weniger von heute auf morgen gestorben und auf einmal hast du fünf Mitarbeiterinnen, die nicht mehr an einem Projekt arbeiten, die du aber natürlich auf deiner Payroll hast und zu denen du, also du hast ja ein gewisses Verantwortungsgefühl, ich stelle ja niemanden ein, nur damit den zwei Monate später wieder rausschmeißt, das funktioniert für mich nicht.

Ja, die wollen natürlich weiter bezahlt werden, das heißt, du bist fieberhaft auf der Suche nach einem neuen Projekt, wo du sie wieder unterbringst und musst diese Zeit übertauschen.

Also das sind, wie gesagt, diese Nachteile, die du mit diesem Zeitgegen-Geld-Modell hast, machst du halt viel größer.

Es wird jetzt immer mehr zu so einem Trend, habe ich so das Gefühl, auf Social Media und was du halt so auf LinkedIn siehst und so weiter, dass man die eigene Dienstleistung jetzt nicht auf der zeitlichen Basis verkauft, also jetzt nicht die eigenen Stunden verkaufen, sondern dass man dann eher so aus sich selbst dann so ein Produkt macht, also so ein Abo -Modell, dass man sagt, hey, du hast zum Beispiel, beim Design sieht man das ganz oft, oder da ist es zumindest sehr prominent, beim Development weniger, aber beim Design siehst du das oft, also dass du dann zum Beispiel so ein Abo-Modell hast, du zahlst, da gibt es verschiedene Abstufungen, aber sagen wir mal, du zahlst als Firma die 3.000 bis 4.000 Euro im Monat und hast dafür unlimitierte Anfragen, unlimitierte, keine Ahnung, Änderungswünsche und so weiter, die natürlich jetzt nicht alle auf einmal abgearbeitet werden, sondern nacheinander, aber das ist dann so, dass du mit einem monatlichen Umsatz rechnen kannst, dass du dann nicht davon abhängig bist, so hey, jetzt ist weniger los, deswegen bekomme ich weniger Geld, jetzt ist mehr los, deswegen bekomme ich mehr Geld, sondern dass du dich selbst als Produkt verkaufst.

Hast du, habt ihr da auch mit anderen Sachen experimentiert, jetzt nicht nur unbedingt nach Stunden setzen oder Stundenpaketen und solche Sachen, sondern wirklich aus der Agentur dann ein Produkt zu machen? Habt ihr da schon in die Richtung irgendwie was versucht oder probiert oder habt ihr da jetzt nicht wirklich viel da in die Richtung experimentiert? Ja doch, also nach diesen Erlebnissen, unter anderem das eine, was ich vorher erwähnt habe, haben wir dann versucht in Richtung Festpreis zu gehen, also Pauschalen zu machen für unsere Umsetzungen.

In der Softwareentwicklung, du hast das sehr gut vorher gesagt, finde ich, ist es ein bisschen schwierig, so Abo-Modelle zu machen, weil im Gegensatz zu Design-Tätigkeiten brauchst du Softwareentwicklung über einen gewissen Zeitraum sehr intensiv und dann nicht mehr, weil dann ist die Software fertig und abgeliefert.

Design, keine Ahnung, Website, Social Media und so weiter, das ist halt vielleicht etwas, das du konstant brauchst, weil du ja ständig irgendwas machst, Stichwort Marketing zum Beispiel.

Aber wir haben versucht, in Richtung Pauschalpreise zu gehen, um eben auch diese Entkoppelung zwischen der Zeit und dem Eurobetrag, der am Ende des Tages auf unserem Konto landet, zu schaffen, diese Entkoppelung hinzukriegen, um für uns dann auch Anreize zu setzen.

Natürlich versucht niemand, den Kunden oder die Kundin irgendwie auszunehmen oder zu betrügen, also das will ich jetzt niemanden unterstellen, aber der Anreiz, signifikant schneller fertig zu werden in zeitbasierten Projekten, ist halt geringer, als wenn du es noch pauschal verkauft hast, weil je effektiver du das abwickelst, desto mehr Marge hast du am Ende des Tages, desto mehr DB bleibt dir.

Und nach Stunden ist halt der Anreiz, na ja, hm, wenn ich jetzt schneller fertig wäre, meinen Stundensatz kann ich nur enden wollend anheben, irgendwann sagt der Markt auch, hey, nein, geht nicht mehr, ist der Anreiz, schneller zu werden oder effektiver zu arbeiten, nicht so hoch.

Und ja, da haben wir eine Zeitlang experimentiert, da haben wir oft genug eingefahren, weil dieser Umstieg, vor allem der mentale Umstieg von dem Zeitverkaufen, wo man eben sagt, na ja, jetzt mache ich die Stunde noch, damit ich das auf meiner Liste habe und mache das noch oder lasse dann den Junior das machen, ist auch ein sehr beliebtes Modell, dass man dann im Verkaufsgespräch sitzen die seniorigen Leute und man hat den Eindruck, buh, die Bude, die kriegt alles super, zack, das ist fantastisch, die sind alle super drauf und umsetzen dann aber die Juniors, die dann schön Stunden schreiben.

Ah, der mentale Umstieg ist superschwer, ja, das kann ich nur empfehlen, sich vielleicht schon vorher die Gedanken zu machen und gar nicht erst in dieses Zeitverkaufen hineinzugehen.

Da kommst du irgendwie in so ein Hamsterradl, oder? Also du kommst dann, du musst einfach weiterlaufen, weil wenn du nicht weiterlaufst, dann bleibt das Radl stehen und dann steht halt die ganze Agentur, oder? Wir haben sehr viele Schmerzen ertragen müssen, wie wir versucht haben, aus dem reinen Stundenverkaufen rauszukommen, weil natürlich, du hast MitarbeiterInnen, die sind kalkuliert, da gibt es Stundensätze, da gibt es Projekte.

So, jetzt hast du aber ein Projekt angenommen, pauschal verkauft und am Anfang bezahlt dir niemand 100.000 Euro upfront nach Unterzeichnung.

Das heißt, du musst querfinanzieren und in dieser Spirale drehst du dich halt dann eine Zeit lang, bis du es irgendwann schaffst, dass du über die Pauschalprojekte genug einnimmst, um genug fortzufinanzieren und dann so rauszukommen.

Aber das hat eine Zeit lang gedauert.

Also das ist nichts, was man von heute auf morgen schaffen kann und das ist auch, das will gut geplant sein, weil das kann dich natürlich umbringen.

Also richtig, da hast du ein paar Pauschalprojekte, die fundamental daneben gehen und dann sperrst du zu.

Ja, weil ich habe das für mich so im Kopf kategorisiert, also bezüglich des Stundensatzes, nach Stunden zu verrechnen und nach Pauschalpreisen zu verrechnen, ist eher so dieses Risiko, wer übernimmt das Risiko für das Projekt.

Also bei Stundensatzverrechnen, dann gebe ich meistens dann so eine Aufwandsschätzung, wie lange das ungefähr dauern kann, wie viele Stunden, aber im Endeffekt, ob das jetzt 20, 30 Stunden mehr oder weniger dauert, kann man nicht wirklich gut vorhersehen.

Und wer übernimmt denn die Kosten? Also in meinen Augen ist es dann die Person, die das Risiko übernimmt.

Also ich verkaufe meine Zeit und nicht die Ergebnisse in die Richtung.

Deswegen habe ich das so in meinem Kopf, okay, dann übernimmt das Risiko der Kunde.

Das heißt jetzt nicht, dass man das Projekt jetzt absichtlich auszögern soll, damit man dann irgendwie mehr Zeit kassieren kann, aber bei den Pauschalpreisen, da gebe ich einen Fixpreis, zu dem Preis hast du dieses Produkt und dann übernehme ich das Risiko, also als die Person, die das dann verwirklicht, dieses Projekt.

Und deswegen finde ich dann auch in so einem Fall das ganz gut, wenn man dann auch einfach mit einem größeren Risiko einen größeren Gewinn dann noch hat, weil der Kunde kann mit dem Fixpreis rechnen.

Wenn es jetzt kein kleiner Preis ist, dann ist es trotzdem ein Fixpreis.

Und so habe ich das zumindest bei mir im Kopf argumentiert, wieso man bei Fixpreisen dann auch wirklich mehr kalkulieren sollte oder mehr verlangen sollte, einfach weil man das Risiko auf sich nimmt.

Siehst du das von deiner Seite auch so oder siehst du das anders? Nein, das trifft den Kern der Sache schon sehr gut.

Vor allem muss man sich auch überlegen, wem man seine Dienstleistungen verkauft.

Also wenn du jetzt Software-Dienstleistungen an jemanden, ein Unternehmen verkaufst, das selbst in der Branche ist, dann können die ja das Risiko einer zeitbasierten Verrechnung mit Schätzung bewerten.

Die kennen das in der Regel und wissen ganz genau, Schätzungen sind immer falsch.

Das ist einfach so, selbst mit viel Erfahrung kannst du die Bandbreite nur verkleinern, aber du hast trotzdem diese Schwankungsbreite und die können das Risiko nehmen und vielleicht auch mit einkalkulieren.

Wenn du jetzt aber ein Unternehmen verkaufst, das aus einer gänzlich anderen Branche kommt und mit Softwareentwicklung keine Ahnung hat, also von Softwareentwicklung keine Ahnung hat, wie sollen die dieses Risiko wirklich bewerten? Und da ist der Tausch zu sagen, ja, ich nehme das Risiko auf mich, das Umsetzungsrisiko, ich nehme dieses Unbekannte, diese Schwankungsbreite nehme ich, dafür verlange ich mehr Euro von dir, ist in der Regel der bessere Deal, vor allem für den Kunden und die Kundin.

Weil sie einfach sagen, okay, das ist der Betrag, mit dem kann ich kalkulieren, das ist es mir wert, weil da kommt dann vielleicht auch so Value-Based-Pricing ein bisschen mit rein, das ist mir das wert, dass ich diese Software oder diese Webseite oder was auch immer habe.

Und man selber kann sagen, okay, ich gehe ins Risiko, aber High Risk, High Reward.

Und in Bezug auf die Querfinanzierung, habt ihr das eigentlich aus dem eigenen Budget hergenommen oder habt ihr dann irgendwie so eine Art Fremdkapital dann auch mit ins Boot geholt? Fremdkapital finanziert, das haben wir gelegentlich mal überlegt.

Wir hatten dann aber das Glück, ein größeres Projekt zu gewinnen, das uns dann ermöglicht hat, mit den Stunden, die wir geschrieben haben, ein paar Leute rauszunehmen und dann haben wir langsam dort angefangen, gewisse Teile pauschal zu verrechnen.

Das ist übrigens vielleicht keine schlechte Idee, damit anzufangen.

Du hast ein Dienstleistungsportfolio, du machst ja in der Regel immer wieder die gleichen Dinge.

Und wir haben dann diese Dinge aus der Zeitverrechnung rausgelöst, die wir tatsächlich bei jedem Projekt immer wieder gemacht haben und dem dann einen Preismarschall gegeben.

Und dann waren unsere Angebote so ein Mix aus fünf, sechs fixen Paketen und der Rest dann auf Zeit drauf.

Und so sind wir sukzessive hinübergewandert in die andere Welt, sage ich einmal.

Das finde ich allgemein einen mega guten Input und voll interessant, dass ihr das auch versucht habt.

Das sehe ich nämlich bei vielen Agenturen, die so ein bisschen in diesem Stundenzeitsystem drinnen sind, dass sie da einfach drinnen bleiben und halt schwer ausbrechen aus dem Ganzen.

Weil wenn du da schon mal drinnen bist, dann ist es halt so, wie du sagst, gibt es eine Zeit, die du überbrücken musst, wo du halt, ja, das Geld ist noch nicht da, aber das Projekt muss schon starten und so in die Richtung.

Was mich dann auch interessieren würde von deiner Story her, wie ist es dann zu der Trennung von Trigo gekommen? Weil da gab es ja sicher so einen Punkt, wo du dir gedacht hast, boah, da kann ich jetzt nicht weiter, da muss ich jetzt raus.

Kannst du dich an den Moment erinnern, was das genau war, wann das war und wie ist dann dieser Prozess dann verlaufen, dich aus dem Unternehmen selbst rauszunehmen? Da muss man dazu sagen, wir haben ja zu dritt gegründet und das war lange Zeit eine super Sache, weil wir uns gegenseitig ausbalanciert.

Aber wenn man sehr lange zusammenarbeitet und zwölf Jahre ist eine lange Zeit, dann entwickelt man sich halt auch irgendwie weiter.

Und in unserem Fall war es dann so, dass die Interessen, also wohin sich die Trigo entwickeln soll, über die letzten Jahre auseinandergegangen sind.

Das ist jetzt nichts Negatives, also no hard feelings, das passiert halt einfach.

Ich glaube, das könnte man selbst, wenn man am Anfang stundenlang darüber redet, nicht vorhersehen, weil man entwickelt sich halt weiter.

Und irgendwann habe ich dann den Punkt erreicht, also ich glaube, ich bin Designer für ihn und mir taugt UX und Frontend-Entwicklung und solche Themen.

Und meinen beiden ehemaligen Partnern halt eher nicht so.

Die sind mehr so im Back-Office-Server-Bereich zu Hause, was auch genug zu tun gibt, super Projekte.

Und irgendwann haben wir dann entschieden, okay, wir müssen da eine Trennung herbeiführen, weil ich war einfach nicht mehr glücklich mit den Projekten, die wir gemacht haben.

Es war immer weniger von dem drin, was mir Spaß gemacht hat.

Und ich wollte aber für die beiden dann auch keine Blockade sein.

Weil ich habe natürlich immer in die andere Richtung gezogen.

Und das kannst du dir vorstellen, eine kleine Agentur, drei Leute, die in unterschiedliche Richtungen ziehen.

Und wir haben dann versucht, eine Zeit lang mit so, machen wir unterschiedliche Abteilungen oder gründen wir aus oder was auch immer.

Das verträgt so ein kleines System nicht.

Also das hätte es fast zerrissen, sage ich einmal.

Und dann, ja, der Ausstieg.

Viele Gespräche, natürlich findet das keiner super, super.

Also wir haben uns nicht gestritten oder so, das nicht.

Aber man arbeitet zwölf Jahre zusammen.

Natürlich ist das nicht toll, wenn man sich dann trennt.

Und irgendwann gehst du zum Notar und da schreibst du die Papiere und ein bisschen Geld geht von A nach B und das war's.

Im Großen und Ganzen.

Also mega Respekt, dass du den Schritt gemacht hast.

Weil ich glaube, da ist es sehr leicht, in der Situation zu bleiben und so, hey, das Business läuft eigentlich.

Da kommt Geld rein und das passt eigentlich.

Also dieses Wohlbefinden in der Situation, das ist dann meistens da, zumindest von der finanziellen Seite oder von anderen Seiten.

Aber das, was du gerne lieber machen würdest, das wird dann immer stärker, oder? Ja, also das soll jetzt nicht negativ klingen, aber man ist natürlich, wenn es halbwegs läuft, in so einer Art goldenen Käfig.

Man verdient gut, so wie du gesagt hast, das läuft einigermaßen gut.

Und ich habe mir dann selber oft die Frage gestellt, warum kann ich mich mit dem nicht zufrieden geben? Warum passt das nicht einfach? Geht eh dahin.

Projekte, die üblichen Probleme, aber das ist eh normal, wenn du große Projekte machst und so weiter und so fort.

Aber du kommst dann an einen Punkt, wo du halt einfach denkst, na, also für mich war es dann tatsächlich der Punkt, wo ich überlegt habe, kann ich das nochmal 10, 15 Jahre machen? Jetzt bin ich schon ein bisschen älter, aber ich habe trotzdem noch einiges vor mir, bevor ich vielleicht einmal in Pension gehe.

Und dann habe ich gedacht, nein, das schaffe ich nicht.

Das schaffe ich einfach nicht.

Und dann habe ich irgendwann realisiert, hey, was Trigo mir geschenkt hat, was diese Zeit mir absolut geschenkt hat, ist, das gesamte Skillset, um Unternehmen aufzubauen, um alles zu machen, was da drumherum notwendig ist, ich kann das jetzt vermutlich, bis ich nicht mehr mag, einfach wiederholen.

Und das ist schon, also das ziehe ich aus dem Ganzen, das ist schon super.

Das ist schon extrem wertvoll, finde ich.

Und deswegen war dann auch dieser Schritt zu sagen, ich steige aus und gehe wieder ins Risiko, für mich gar nicht so ein großes Risiko, weil ich das Skillset schon hatte.

Fünf Monate gebraucht und habe ein funktionierendes Unternehmen und verdiene mein Geld.

Das kann man aus sowas dann auch rausziehen.

Also alle, die jetzt vielleicht in so einem Käfig drinstecken, das muss man nicht einfach nur aushalten.

Man kann sich da drüber trauen und es funktioniert.

Ja, und das Finanzielle hat sich insofern geregelt, weil durch den Ausstieg aus Trigo, also gesagt, müssen wir jetzt nicht in die Details reingehen, ist Geld von A nach B gewandert und solche Sachen.

Also du hast jetzt keinen finanziellen Druck gehabt, da jetzt unbedingt monatlich Umsatz reinzubringen oder Geld zu machen, sondern du konntest dir die Zeit einfach nehmen und zu überlegen so, okay, gehen wir es mal langsam an.

Was will ich machen? Was kann ich machen? In welche Richtung will ich mich weiterentwickeln? Und dann hast du dir die Zeit genommen oder hast du dann sofort angefangen, dann auch zum Beispiel an Glass Voice zu arbeiten oder ist das dann einfach irgendwann danach gekommen? Also ja, ich habe den großen Luxus gehabt, muss ich auch sagen, dass ich zumindest für ein paar Monate keine Geldsorgen hatte und meine Familie und alles war abgedeckt.

Und nein, ich habe mir eigentlich gar nicht, also zuerst habe ich mir gar nicht bewusst diese Zeit genommen, sondern ich habe mir gedacht, passt super, jetzt starte ich voll rein, ich gehe wieder ins Dienstleistungsgeschäft, ich mache ein bisschen Beratung dazu, ich stürze mich auf die KMUs und mache diese Geschichten.

Das hat auch einigermaßen gut angefangen.

Natürlich das größte Problem eines neuen Unternehmens ist, niemand kennt dich, also das ist das, was du als erstes lösen musst.

Man muss dich kennen, sonst geht nichts.

Also bin ich auf jede Veranstaltung gelaufen, die man nur finden hat können, habe mit 100 .

000, das ist übertrieben, aber mit vielen Leuten geredet, einfach nur um zu sagen, hey, der David, der macht jetzt das.

Und daraus hat sich dann natürlich schon das eine oder andere Ding ergeben und nach einem Monat oder sechs Wochen habe ich mir dann gedacht, puh, eigentlich mache ich jetzt das Gleiche wie vorher, nur allein.

Ja, das ist auch nicht unbedingt.

Und da ist der Moment dann für mich gekommen, wo ich gesagt habe, nein, ich muss irgendwas komplett anders machen.

Habe dann sicher mal einen Monat außer das Notwendigste gar nichts gemacht und nur nachgedacht und dann für mich beschlossen, okay, es werden Produkte.

Das wollte ich schon immer.

Ganz lustigerweise, bevor ich mein Studium abgebrochen habe, habe ich auch an so einem Produkt gearbeitet, also ich komme vielleicht so mehr oder weniger aus dieser Welt.

Habe das auch sechs Jahre lang damals gemacht und möchte dorthin, weil das der Weg ist, wie ich in meinem Thema bleibe, also Softwareentwicklung, wie ich das vielleicht auch mit dem einen oder anderen Hobby verbinden kann, weil ich bin ein leidenschaftlicher Foodie und trinke gerne Wein und deswegen war Glasweiß irgendwie aufgeregt.

Und kann aber mal an einem Ding so lange arbeiten, bis es wirklich cool ist.

Weil das ist ein Nachteil, finde ich, am Projektbusiness, am Agenturbusiness.

Du machst natürlich deine Arbeit super, also ich will auch wieder niemanden unterstellen, dass er das einfach irgendwie rausschießt und es ist ihm völlig egal, wie das ausschaut.

Aber du hast immer irgendwann Budgetdeckel und du kannst nie die Dinge dann wirklich so weit treiben, wie du selber vielleicht sagst, ah, jetzt ist es richtig cool.

Und das möchte ich jetzt einfach, das möchte ich haben für mich.

Ion, wo du dann ganz am Anfang gestartet hast mit eben Agenturbusiness und all das, also in Richtung Selbstständigkeit, war das deine Ursprungsmotivation, da so eine Art von Produkten zu erstellen und dann bist du irgendwie durch Zufall in der Agenturwelt gelandet? Oder jeder fängt halt dann mit so einem bestimmten Bild an, so will ich, dass dann meine Zukunft ausschaut oder deswegen beginne ich das.

War das so, dass du dann wieder zu deiner Ursprungsvision zurückgekommen bist? Oder war das einfach eine natürliche Weiterentwicklung von dem, wo du vorher warst, also wo du dich von Trico getrennt hast und wo du jetzt bist? Da muss ich vielleicht dazu sagen, dass wir auch bei Trico immer wieder versucht haben, in die Produktwelt zu gehen.

Aber ich muss da vielleicht eine Illusionsblase platzen lassen.

Nur die allerwenigsten, die einmal in dieses Projektbusiness hineingestartet sind, schaffen tatsächlich den Absprung, also das soll jetzt nicht negativ klingen, Projektbasiertes Business ist auch völlig okay, aber wenn man jetzt sagt, man möchte in Richtung Produkt, diesen Absprung zu schaffen, ist sauschwer.

Also ich kenne ein paar Beispiele, aber das ist wirklich selten, dass das geht, weil du bist einfach in dieser Spirale dann so stark drinnen und es ist schwer rauszukommen.

Und darum habe ich mir jetzt ganz bewusst entschieden, ich gehe gar nicht weiter in die Projektebene hinein.

Ich habe auch schon Projektanfragen abgelehnt, ja, großer Luxus, aber ich habe sie auch schon abgelehnt, um eben auf Projekte setzen zu können.

Also wie gesagt, ich habe diese paar Basiskunden, die ich schon sehr lange habe und die möchte ich auch immer behalten, weil die sind super cool, aber nicht mehr, damit ich eben nicht in diese Problematik reinkomme, dass ich, ah ja, ich müsste eigentlich für das Projekt noch sieben Sachen machen, aber beim Produkt sollte ich auch noch was machen.

Und in der Regel ist die Brief, ist dir der unmittelbare Euro dann näher und du machst das Produkt, also das Projekt und das Produkt bleibt dann immer irgendwann liegen, bis du es irgendwann vergessen hast.

So sind einige Produktideen bei der TRIGO einen leisen und unscheinbaren Tod gestorben, weil dann war doch wieder irgendein Projekt und dann hast du doch wieder irgendwie Umsatz machen müssen, um Gehälter zu zahlen und so weiter.

Und da finde ich das einfach, der springende Punkt ist einfach dieses Commitment.

Ich kenne es zum Beispiel ein bisschen so eben jetzt, wo ich aktiver zum Beispiel auf YouTube bin und dann wöchentlich zum Beispiel in diesem Podcast machen will.

Da, wenn du dieses Commitment für dich selbst nicht setzt, so hey, ich mache das in diesen Abständen oder ich arbeite dahin, dann kommen andere Sachen immer davor.

Also wenn du so quasi in dieses Konzept so, wenn du deine Prioritäten nicht setzt, dann wird irgendwie anderer die Prioritäten für dich setzen.

Und das ist eben das, wo ich das dann auch gemerkt habe, vor allem, wenn du dann in Projekten drinnen bist, so hey, in zwei Monaten ist das Projekt eh fertig, dann drücke ich dann noch schnell durch und dann mache ich dann meine eigenen Sachen.

Aber wenn du danach schon das nächste Projekt geplant hast, dann ist es schwierig, da irgendeine Pause einzulegen.

Deswegen finde ich es mega cool und mega wichtig, sich dann auch Pausen zu nehmen, so wie du das jetzt gemacht hast.

Also um mal nachzudenken, hey, was will ich überhaupt machen? Also sich mal auch die Zeit zu geben, einmal jetzt nichts geplant zu haben, um mal herauszufinden, was man machen will, und dann die Prioritäten richtig für sich setzen.

Weil wenn du das eben selbst nicht machst, dann ist es halt schwierig.

Und das ist, finde ich, ein mega gutes Ding, was man sich einfach mitnehmen kann, wenn man in diesem Alltagsradler, Alltagsgeschäft drinnen ist, und da mal ein bisschen Abstand von dem zu nehmen.

Und dann kommen die Gedanken meistens dann auch selbst.

Hey, was will ich eigentlich machen? Oder was will ich nicht machen? Und dann kannst du, je mehr Abstand du dann davon hast, desto besser kannst du darauf zurückreflektieren.

Und deswegen finde ich das mega interessant, wie das bei dir war und wie es sich jetzt weiterentwickelt.

Und da bin ich auch schon mega gespannt, in welche Richtung es sich weiterentwickeln wird.

Was ich dann aber noch das Thema anschneiden wollte, in Bezug auf Agentur.

Auch wenn jetzt zum Beispiel deine Motivation nicht in die Richtung geht, eine Agentur wieder aufzubauen.

Aber dadurch, dass du jetzt schon so viel Erfahrung hast oder gesammelt hast im Bereich Agenturwelt und Agenturaufbau und Agenturalltag einfach.

Wenn du jetzt in einem hypothetischen Szenario eine neue Agentur gründen würdest, was würdest du anders machen? Oder wie würdest du das angehen, wenn du jetzt zum Beispiel, sagen wir mal, wir haben das Jahr 2024 und Stand jetzt, alles was du gelernt hast, alle deine Erfahrungen, du machst eine neue Agentur.

Wie würdest du vorgehen? Das ist nicht schlecht.

Also wie immer führen natürlich viele Wege nach rum, aber mein Weg wäre jetzt ziemlich sicher so, dass ich von Anfang an mich selbst aus, also ich fange gar nicht erst an, im operativen Geschäft zu arbeiten.

Großes Risiko, aber ich würde von Anfang an schauen, dass ich ein kleines, feines Team habe.

Da muss man vermutlich ins Risiko gehen mit dem eigenen Geld oder sich ein Geld besorgen.

Aber sagen wir mal, man schafft es, dass man ein, zwei Mitarbeiterinnen hat, die die Projekte abwickeln können, die man lukriert.

Und dann hinter dem Monitor hervorkommen und hinausgehen.

Weil auch wenn die diversen Gurus und weiß nicht alle herumfliegen auf LinkedIn, von Lead gehen und so weiter, dir Dinge erzählen, dass die Projekte auch so irgendwie kommen, die kommen nur, indem du rausgehst und mit Menschen sprichst, auf Veranstaltungen gehen.

Da gibt es ja diesen Spruch, ein Network ist ja ein Network, oder wie der geht.

Und das hat sich tatsächlich bewahrheitet.

Ich wollte es auch nicht glauben.

Ich habe auch geglaubt, nein, brauchen wir nicht.

Website machen, ein bisschen Content Marketing, ein bisschen auf LinkedIn herumtun, dann kommen die schon alle.

Das funktioniert bei komplexeren Dienstleistungen wie Webseiten und größere vor allem und so weiter, das funktioniert nicht.

Rausgehen, auf Veranstaltungen gehen, mit Leuten reden.

Also das wäre meine Primäraufgabe, würde ich so sagen, in der ersten Zeit als Unternehmer.

Und parallel würde ich von Anfang an, von Tag 1 weg, auf Content setzen.

Einfach um sich eine gewisse Street-Credibility aufzubauen.

Je nachdem, wo ich mal gehen möchte, ob das jetzt technische Content ist oder Business -Content ist, egal, es hängt von der Agentur ab.

Um diese beiden Schienen vorwärts zu fahren.

Das haben wir in den letzten Jahren von Trigo gemacht und das hat nach 2-3 Jahren tatsächlich angefangen, zurückzukommen, weil das ist ein Long-Term Commitment.

Dass man am besten am ersten Tag anfängt, damit man möglichst früh davon profitieren kann.

Und dann Wiederholbarkeit.

Also ich würde nicht mehr Bauchladen machen und alles und irgendwie jedes Mal was Neues, sondern 2-3 Sachen raussuchen, die wir gut können und die so lange machen, bis wir die quasi im Schlaf können.

3 in der Früh aufwäckeln, ja kein Problem, geht schon.

Meinst du das jetzt im Sinne von, okay, ich überlege mir quasi am Anfang, wo ich mich positionieren möchte, um all das Wort zu verwenden und dann da drin zu bleiben? Oder mal machen, ich kenne meine Skills, ich weiß, bei welchen Projekten ich notfalls noch eingreifen kann, falls ein Mitarbeiter abspringen sollte.

Das heißt, in dem Bereich, wo ich da meine Skills habe, wäre es natürlich sinnvoll, da ein Business aufzubauen.

Ich glaube, was du machen solltest, ist, dass du dir am Anfang z.

B.

die Branche aussuchst, zu der du sowieso schon Zugang hast, aufgrund von Freundschaften, Bekanntschaften, Familie, whatsoever, Hauptsache, du hast bereits einen einfachen Zugang.

Also loszustarten und zu sagen, jetzt, keine Ahnung, mache ich Software für Diamantenhändler und du hast niemanden, kennst niemanden, der das macht, wird schwierig, weil du musst dich erst irgendwie in diese Bubble hineinbringen.

Wenn du aber so wie ich gerne essen gehst und dadurch auch einige Restaurants kennst, wäre es naheliegend, etwas dort zu machen.

Weil was kann ich tun? Ich kann zu meinem Lieblingswirt gehen und sagen, hey, ich habe da was gemacht, kennst du, wer das brauchen kann? Oder ich biete jetzt das an, kennst du, wer diese Dienstleistung in Anspruch nehmen würde? Also da hast du einen leichteren Zugang.

Ich würde es mir nicht unnötig schwerer machen.

Das mag vielleicht nicht die Traumzielgruppe sein am Anfang, die Traumbranche, aber am Anfang von einer Agentur machst du alles, damit die Lichter anbleiben, einfach alles.

Also was du nach außen kommunizierst und was du tatsächlich tust, sind vor allem am Anfang vermutlich zwei paar verschiedene Schuhe, weil du wirst auch einmal einen Drucker installieren oder sonst irgendwas tun, das du eigentlich nicht machen willst, einfach nur, damit du vorwärtskommst.

Aber wichtig ist, mach es dir nicht zu schwer, nimm eine Branche, zu der du sowieso schon Zugang hast und wenn du da ein gutes Geschäft etabliert hast, das dich finanziert, nimmst du eine zweite dazu und dann eine dritte und dann breitest du die langsam aus.

Oder du gehst über die Dienstleistungen und sagst, okay, ich mache nur Webseiten oder ich mache nur Buchungssysteme oder derartige Dinge, aber mit etwas anfangen, wo die Hürden nicht so hoch sind, weil es gibt sowieso schon genug zu tun am Anfang.

Da muss nicht das auch noch sein, dass ich quasi einen neuen Markt mir aufmachen muss.

Und das, was du am Anfang gesagt hast, um das vielleicht nochmal zu wiederholen, weil das fand ich mega, mega cool, weil darüber haben wir auch letztens gesprochen mit einem anderen Podcast gehörst und dass man dann vor allem, wenn man an die großen Projekte rankommen möchte, sag ich jetzt mal, oder wenn man mit dem Projektmanager oder den Entscheidungsträgern von größeren Firmen, was die Projekte angeht, in Kontakt kommt, dann geht das online eigentlich nur sehr schwierig.

Du kannst online, finde ich, durch Content kommst du sehr schnell oder sehr gut zu den Leuten, wenn du zum Beispiel so ein Businessmodell hast oder irgendeine Art von Wissen weitergibst, wo dieses Do-it-yourself-Prinzip dahintersteht oder dann mit Hilfe von Coaching, da kommst du, glaube ich, sehr gut an die Leute über Social Media.

Aber diese Dienstleistungen, die dann for you sind, also wo du die ganze Betreuung übernimmst und das Produkt halt selbst entwickelst und alles halt in-house machst, das finde ich, da ist es an die Leute, die da wirklich die Entscheidungsträger sind von großen Projekten, ist es mega schwierig, online an diese Leute heranzukommen.

Also deswegen diese Konferenzen, weil wenn dann irgendein Projektmanager sich weiterbilden möchte, dann fahren die wahrscheinlich so auf Konferenzen und in real life wollen die sich halt dort weiterbilden und da gibt es halt mehrere Leute gleich von denen dort an einer Konferenz, ist natürlich halt auch wichtig, die Entscheidung zu treffen, welche Konferenz wird am sinnvollsten.

Aber da wäre es auf jeden Fall, finde ich, so von meiner Erfahrung aus, sehr hilfreich, dann auf Konferenzen zu fahren und die Leute einfach kennenzulernen.

Das, was du am Anfang gesagt hast.

Und wenn da jetzt zum Beispiel niemand darüber nachdenkt, hey, wo sollte ich mich da rühren, wo sollte ich hinfahren, um einfach mit Networking anzufangen, was wäre da am besten, da der beste Start, um da überhaupt reinzukommen in dieses Networking? Da wäre ein bisschen ein anderer Zugang.

Also Konferenzen, Meetups und derlei Dinge funktionieren fantastisch, um sich mit Gleichgesinnten und quasi der Bubble, der technischen Bubble zu verbinden.

Was ja auch super wichtig ist, weil nur dadurch, dass man miteinander redet, entwickelt man sich weiter und dann ergeben sich daraus Dinge oder man kriegt von Dingen mit.

Aber wirklich zum Geschäft machen und wenn man dann größere Projekte lukrieren möchte, nein, Leute, die sowas verantworten, gehen dann auf technisch einschlägige Konferenzen nur eher selten.

Wo ich wirklich fantastische Erfahrungen gemacht habe, sind eher so semi-private Veranstaltungen.

In meinem Fall halt Weinverkostungen zum Beispiel oder irgendwelche Veranstaltungen in einem Restaurant oder am Golfclub.

Also ich spiele zwar nicht Golf, aber das habe ich schon bei Freunden miterlebt, was da alles abgeht.

Also eher so semi-private, weil da geht es ja gar nicht darum, dass du dann den Hardpitch auspackst und dem sagst, hey, unterschreib mir jetzt was, sondern, was ich schon einmal erwähnt habe, du wirst bekannter.

Es geht gar nicht darum, dass du in dem Moment etwas verkaufst, aber der kennt dann deinen Namen, der kennt dann deinen Firmennamen und trägt das vielleicht hinein in das größere Unternehmen und wenn dort einmal ein Problem aufpoppt, hat der dich im Kopf und sagt, ja, na, der David kann das lösen, also ruf mal David an.

Und das ist ein langwieriger Prozess, aber den kann man zu einem Punkt bringen, wo er wirklich konstant Dinge reinschaufelt.

Zum Geschäft machen würde ich eher so semi -private Dinge mir suchen, wiederum auch etwas, wo ich einen Bezug dazu habe, damit es nicht aufgesetzt wirkt oder dass ich mich nicht fehl am Platz fühle, sondern wirklich etwas, wo ich auch ohne geschäftliches Interesse hingehen würde, damit ich mich möglichst wohlfühle, weil nur wenn man sich wohlfühlt, traut man sich auch selbstbewusst über sein Unternehmen zu sprechen, weil das, was man tut, das muss man auch erst lernen.

Also ich habe das auch am Anfang immer so, ja, ich bin halt Softwareentwickler und mache halt sowas mit Computer.

Das waren so meine ersten, wenn man am Tisch in der Runde dann gefragt wird, was man so macht, waren meine ersten Gehversuche in die Richtung.

Das hat natürlich nicht funktioniert, aber irgendwann ist man dann konfidenter, dann kann man das gut kommunizieren.

Und so lassen sich dann tatsächlich größere Projekte anleihen.

Und der Content hilft dann eigentlich nur, um dir innerhalb dieses großen Unternehmens dann einen Champion heranzüchten, weil der nimmt dann dein Material, um seine Entscheidung, dass du da jetzt mitmachen sollst, zu rechtfertigen.

Und deswegen muss der Content auch sitzen, weil die Leute schauen sich das dann alles an.

Man glaubt immer, die schauen sich das nicht an, die lesen sich das alles durch, weil da werden richtig große Entscheidungen getroffen.

Und wenn du irgendwas um 200.000 Euro verkaufst, dann lesen die das selbstverständlich alles durch.

Aber natürlich nicht jetzt da, um quasi auf kalt dich dann anzuschreiben, sondern nur, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen.

Ja, und noch diese Sache, ich weiß nicht, von wo das kommt, oder wo ich das gehört habe, ist, dass wenn du jemandem, also dieses Vertrauen auf von so einer anderen Person, ist so irgendwie, wenn du so diese drei Touchpoints hast, also wir haben uns auf einem, im Golf-Club, sagen wir jetzt mal, gesehen, du hast dann irgendein Content-Piece von mir gesehen, und dann vielleicht haben wir uns noch auf einer Konferenz zufällig getroffen, also wenn du so diese drei Touchpoints hast, dann baut sich irgendwie so instant so ein Vertrauen auf, so, hey, ich kenn dich schon von mehreren Quellen, das soll für dich die schon voll lange kennen, und dann ist einfach der Content, finde ich, mega hilfreich, um einfach einen zusätzlichen Touchpoint und fürs Vertrauen aufbauen zu generieren.

Und das hilft dann wiederum, da wirklich den Verkauf dann zu finalisieren, wo die Leute sich dann mehr für dich entscheiden, als vielleicht eine Person, die die einfach irgendwo einmal gesehen haben und sonst nirgendwo anders, oder? Ja, also es ist halt so, man arbeitet lieber mit Menschen, die man mag, und dadurch entstehen auch diese Verbindungen dann mehr oder weniger natürlich, weil wenn man sich mag, ich weiß nicht, man sieht sich auf einer Konferenz, hey, hallo, servus, und dann geht man auf einen Kaffee oder auf ein Bier, und dann mag man sich ein bisschen.

Es ist allen natürlich bewusst, dass es trotzdem so halb im geschäftlichen Kontext ist, aber trotzdem, wenn man sich dann vorstellen muss, und das tun die Leute dann, hm, mit dem soll ich jetzt dann 8 Monate, 12 Monate, 18 Monate zusammenarbeiten, ja, dann wähle ich mir dann doch lieber den aus, den ich eher mag und den ich lieber um mich herum habe, als sonst irgendwen.

Also wir sind ja nicht so faktenorientiert in unsere Entscheidungen, wie man gerne hätte.

Also da spielen Emotionen auch eine ganz große Rolle, auch wenn man das vielleicht manchmal ignorieren möchte.

Sagen wir jetzt mal, ich sitze vor meinem Schreibtisch, ich sitze am Sofa und bin jetzt selbstständig und mache dann die Projekte, dann denke ich mir, okay, ich kann mir eine oder zwei Konferenzen raussuchen, auf die ich fahre, aber wie komme ich dann zu diesen semi -privaten Events? Ist es dann so, hey, einfach nur durch Zufall, weil ich diese Interessen habe, muss man dann irgendwie Mitglied bei einer geheimen Organisation sein, damit man diese Invoices bekommt? Oder wie kommt man überhaupt in die Situation, dass man so Leute einfach so random kennenlernt, wo man einfach dann auch über das Business sprechen kann? Das ist natürlich, also, wie kommt man in so eine Situation? Wenn man ein bisschen extrovertiert ist, tut man sich natürlich leichter.

Ich verstehe, dass das nicht für jeden super easy ist, aber ich bin meinen persönlichen Interessen gefolgt und über das hat sich dann immer was ergeben.

Und dann habe ich mir selber antrainiert, dass ich mich auch bei solchen Veranstaltungen traue, eine wildfremde Person einmal anzusprechen.

Ich habe tatsächlich auch vor dem Spiegel dann die ersten zwei Sätze geübt.

Hallo, ich bin der David und ich mache das.

Was machst du? Und ich bin der Überzeugung, dass als Unternehmerin bleibt dir nichts anderes übrig, als das zu lernen.

Wie gesagt, die eigenen Interessen sind dann immer leichter und dann halt ein bisschen googeln.

Durchaus auch WKO-Geschichten, auch wenn ich nicht so mega viel davon halte, aber das ist auch ein guter Einstieg, weil die machen recht viel.

Ja, und auf Konferenzen, auf Konferenzen habe ich immer super viele coole Leute aus meinem Umfeld kennengelernt, die das Ähnliche oder Gleiche machen.

Aber das ist ja auch etwas, das man oft unterschätzt und was ich wirklich empfehlen kann, sich von Anfang an auch mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen, die in der gleichen Situation sind oder vielleicht schon zwei Schritte weiter und ganz offen zu sprechen, auch über finanzielle Situationen und so weiter, weil da lernt man ein bisschen, also da lernt man am meisten.

Weil die ersten Jahre habe ich das nicht gemacht, weil ich der Meinung war, ja, ich bin super, ich bin jetzt ein Unternehmer und ich kann das alles schon.

Denkst du? Natürlich nicht.

Und erst wenn man dann anfängt, mit anderen zu sprechen, die haben ähnliche Herausforderungen, dann kannst du sagen, wie hast du das gelöst und so weiter.

Und solche Leute findet man auf Konferenzen oder eben auf Meetups oder derlei Dinge.

Die gehen auch aus dem Grund dort hin.

Was ich auch jedem empfehlen kann, ist das, was ich über den Podcast jetzt sehr viel oder sehr stark lerne, ist einfach so auszutauschen oder Leute anzuschreiben, so, hey, magst du kurz quatschen oder dich kennenlernen? Und vor allem kommt das dann irgendwie nicht so awkward rüber, wenn du sagst so, hey, cool, voll interessant, können wir uns vielleicht mal kennenlernen und mal kurz quatschen? Und wenn sich daraus eine Podcast-Episode ergibt, dass wir dann später aufnehmen oder nicht, mega cool.

Also halt diesen Kontext von, es hätte da noch einen Business-Benefit oder so einen Content-Benefit, wenn wir dann gemeinsam eine Podcast-Episode aufnehmen und nicht so, hey, cool, magst du dich mal kennenlernen? So in die Richtung ohne diesen Kontext.

Und das hat mir halt sehr stark geholfen, da einfach Leute aus der Branche jetzt zum Beispiel anzuschreiben, die ich noch nicht kenne, anstatt einfach so die Leute anzuschreiben, weil ich halt Bock habe, die kennenzulernen.

Ist natürlich auch mega cool und das machen, glaube ich, die wenigsten oder niemand macht das so in die Richtung so, hey, ich habe dich auf LinkedIn gesehen, magst du dich mal kennenlernen und vernetzen und mal quatschen? Und das hat mir so eine zusätzliche Motivation gegeben, dann Leute anzuschreiben, Leute kennenzulernen und diese ganzen Sachen.

Und das kann ich auch jedem empfehlen.

Und du hast ja den Digi-What-Podcast, oder den Digi-What-Podcast.

Und das machst du ja zu zweit, oder? Den Podcast kannst du darüber vielleicht kurz erzählen, damit die Leute mal hören, wo die dich dann auch überall finden können im Internet.

Genau, also den habe ich mit dem Jakob gestartet, schon vor einiger Zeit.

Der Jakob, nur ganz kurz, ist im Projektmanagement für eben Softwareprojekte im Medienbereich tätig.

Und wir haben oft stundenlang telefoniert über irgendwelche Themen, haben uns ausgetauscht.

Und irgendwann haben wir gedacht, eigentlich könnte man das ja auch für einen Podcast aufnehmen und vielleicht ist das für jemanden interessant.

Und so ist das irgendwie entstanden.

Wir haben dann auch Gäste gehabt und so.

Der Podcast hat mir extrem viel geholfen, auch in diesem Freisprechen.

Weil ich kann dir sagen, in den ersten Folgen sind wir, so wie wir beide jetzt da sind, vor dem Mikro gestanden und es war blank.

Nicht sehr schweigen.

Was sage ich jetzt? Okay, ist ja nichts Interessantes.

Was soll ich jetzt sagen? Aber über die Zeit kommst du rein und das hat mir dann auch nämlich bei den vorher erwähnten Veranstaltungen super geholfen, ein bisschen freier zu sprechen.

Und ja, in dem Podcast wollten oder wollen wir digitale Themen einfach für Menschen aufbereiten, die nicht so nah an dem Thema dran sind.

Also zum Beispiel meine Mutter, die halt jetzt digitale Themen nicht so ergreifen können.

Jetzt JGBT und solche Themen kauen wir da durch.

Wir erklären UX.

Also wir sind sehr breit, was das Thema anbelangt, weil wir einfach unseren Interessen gefolgt sind.

Das macht aber irrsinnig Spaß.

Den Benefit hat es.

Und, und da schließe ich bei dir an, du hast dir viel leichter Leute einzuladen in den Podcast, mit denen du gerne mal sprechen würdest, wenn du was hast, wo du sie hin einladen kannst.

Und ich habe mich am Anfang tatsächlich gewundert, wie gern und bereitwillig die Leute tatsächlich kommen.

Ich habe mir gedacht, der hat niemals Zeit.

Nie, nie, keine Chance, der kommt sicher nicht.

Ja, ja, voll gern und nächste Woche haben wir schon Zeit und geht schon los.

Okay, cool.

Und aus dem sind zum Teil jetzt auch schon Freundschaften entstanden, weil dann bleibt man später in Kontakt und so weiter und dann entsteht auf einmal ein Business daraus.

Also ein Podcast ist, also ich bin ein riesen Fan und das funktioniert total für mich.

Ja, kann ich auch nur empfehlen.

Also da habe ich mega positive Erfahrungen gemacht in der Hinsicht dann jetzt zu vernetzen und das Ganze.

Okay, ich habe mich dazu entschlossen, eine Agentur zu gründen und ja, jetzt bin ich dann vor dem Moment, ob ich die Entscheidung treffen soll, das alleine zu machen mit anderen Leuten gemeinsam.

Gibt es dann auch vielleicht andere Formen, die man sich überlegen könnte? Was würdest du empfehlen? Oder nach welchen Argumenten oder Kriterien sollte man sich für sich selbst dann auch die Entscheidung treffen? Also empfehlen ist natürlich sehr schwer, weil höchstens individuell.

Aber wenn man jetzt sich überlegt, gründe ich das Ganze alleine oder gründe ich das mit Partner, Partnerinnen? Dann hat man mit Partner, Partnerinnen den Vorteil, dass man von Anfang an noch Menschen mit an Bord hat, die für diese Sache hoffentlich gleich stark brennen wie du.

Das heißt, sie werden immer so am Anfang die extra Meile gehen.

Du hast nicht das Thema, dass du am Anfang schon Mitarbeiterinnen dazu bringen musst.

Also das soll jetzt nicht manipulativ klingen, aber dass sie auch da voll mit dabei sind.

Und du hast halt diese ganzen Rahmenbedingungen, die das mit sich bringt und so weiter.

Das hast du bei Co-Foundern oder Mitgründerinnen jetzt nicht.

Wir haben auch, auch wir haben am Anfang einmal 80 Stunden die Woche reingebuttert, damit das wirklich läuft.

Und dann bist halt zu dritt, die das machen können.

Das heißt, es ist mehr Energie da.

Und das ist gut.

Und wenn du jemand bist, der gern ausdiskutiert, der gern Kompromisse schließt, dann ist das eine fantastische Sache, weil man balanciert sich dann natürlich auch aus.

Weil wenn ich viele der Entscheidungen am Anfang nur ich allein getroffen hätte, dann wäre ich mit Vollgas gegen die Wand bei vielen Themen.

Und das war gut.

Meine beiden Markus und Christiane waren ein bisschen anders aufgestellt und wir haben uns ausbalanciert.

Supersache.

Muss man aber auch mögen, weil natürlich muss man alle Entscheidungen mit anderen ausdiskutieren.

Wenn man jetzt eher dominant ist oder eher sagt, ich möchte es einfach ausprobieren, dann empfiehlt es sich vielleicht eher, entweder alleine zu gründen oder zumindest so zu gründen, dass man 51 Prozent hat von dem Ganzen.

Weil dann kann man am Ende des Tages noch immer mit dem Dampfhammer draufhauen und sagen, ich treffe jetzt die Entscheidung.

So machen wir das jetzt.

Und das ist echt tatsächlich eine Geschichte, die ich nur empfehlen kann, dass man sich da wirklich richtig hinsetzt und überlegt, schafft man das, auch auf zehn Jahre, sich mit anderen in den Kompromiss zu begeben, weil der Vergleich wird oft herangezogen und er ist schon ein bisschen lauwarm, aber du verheiratest dich de facto mit den anderen.

Das ist wie eine Ehe.

Ich bin jetzt zwölf Jahre verheiratet, sehr viele Parallelen.

Also das muss man wirklich gut überlegen und das muss man dann auch bewusst eingehen und wollen und dann durchziehen.

Oder man sagt, ich gehe da ins Risiko, ich will das alleine entscheiden, so wie es mir jetzt geht.

Ich möchte mich nicht mehr ständig in einen Kompromiss begeben und ich nehme auch das Risiko, das sich daraus ergibt, für mich.

Also das kann ich nur für jeden empfehlen am Anfang.

Ich finde, wenn ich das jetzt richtig rausgehört habe, also die Budgetsache, die finanzielle Sache spielt eine wichtige Rolle, ob ich mir das überhaupt leisten kann, alleine was zu gründen, oder ob ich irgendeinen Kredit aufnehmen soll, will und so weiter, oder das einfach gemeinsam mit anderen Leuten gemeinsam gründen, wo dann einfach mehr zeitliche Ressourcen da sind und dass die Motivation dann auch viel größer da ist, hier das gemeinsam aufzuziehen.

Was hältst du von der Idee, dass man zum Beispiel die ersten Mitarbeiter mit Beteiligung anstellt, also dass man dann sich die monatlichen Kosten zum Beispiel reduziert, aber dass die Mitarbeiter am Geschäft mitbeteiligt sind? Ich glaube, das funktioniert eher in einem Startup-Modell, wo man ein Produkt macht, welches auch immer, weil dann der Incentive zu sagen, ich haue mich da extra rein und verzichte eine gewisse Zeit, in der Hoffnung, dass das Produkt, was wird, höher ist.

Ich kenne zwar eine Agentur, die das auch auf Dienstleistungsebene macht.

Also ja, ich würde, wenn ich jetzt das nochmal machen würde und ich komme zu dem Punkt, wo ich so groß werde, dass ich eine erste Führungsriege brauche, würde die vermutlich mitbeteiligen an dem Ganzen, weil das ist ein großes Investment, so eine erste Führungsebene aufzubauen und da möchte ich einen Incentive schaffen, dass die nicht nach drei Monaten schon wieder gehen.

Und wenn man ein paar Prozent am Unternehmen hat, dann bleibt man da eher einmal.

Aber sonst, ich bin für Mitarbeiterbeteiligungsmodelle an Gewinn usw.

Das sind Dinge, die mir total taugen.

Aber mehr Gesellschaft hereinholen, ist halt mehr diskutieren.

Und das muss man halt mögen.

Und ich mag das momentan nicht so.

Also von daher muss man mögen, ja.

Da finde ich es das Wichtige, sich einfach selbst zu kennen und zu sagen, was ist für mich okay, was ist nicht okay, was mag ich und was mag ich nicht.

Weil wenn man erst sich mit den Themen beschäftigt, wenn man schon verheiratet ist, so in die Richtung, ist es halt schwierig, weil dann bist du, entweder du ziehst das durch und du passt dich an oder du beendest dich eher so in die Richtung.

Ja, genau.

Also da spanne ich den Bogen zurück.

Auf ganz am Anfang, die meisten Agenturen passieren ja aus Zufall, weil man einfach sagt, hey, jetzt machen wir was gemeinsam oder da haben wir ein Projekt.

Und das ist der Moment, wo man sagt, halt Stopp, zwei Schritte zurück, jetzt gehe ich ganz allein auf einen Kaffee und überlege mir das mal wirklich durch und überlege mir, was für Konsequenzen könnte das alles mit sich bringen, ob ich jetzt mit zwei, drei, vier, sieben anderen das gründe oder alleine mache oder in welchen Verhältnissen man das macht.

Den Schritt, den habe ich nicht gemacht damals.

Ich habe Glück gehabt, das hat super funktioniert über sehr lange Zeit, aber das kann auch fundamental in die Hose gehen und deswegen, mach das.

Ja und jetzt als nächstes kommt für dich die Produktentwicklung Glasswise und das ist so der Hauptfokus jetzt im Moment, oder? Genau, also jetzt momentan ist es Glasswise, da möchte ich bis 31.10. eben die Tore öffnen für alle.

Darauf folgend steht dann schon weitere Produktentwicklung an im Immobilienbereich, da mache ich was mit einem Bekannten zusammen.

Also ich sage ja nicht, dass man nicht wieder ein Unternehmen mit anderen gemeinsam gründen kann, aber das, meiner Meinung nach, für mich darf das nicht mehr das quasi Stammunternehmen sein, das muss mir gehören, aber es wird weiter in diese Richtung gehen.

Ich baue mir jetzt gerade so ein ganz kleines, schlankes, nettes Netzwerk aus FreelancerInnen auf, mit denen ich dann zusammenarbeite, weil ich sage, okay, UI-Design kann ich auslagern, ich kann Marketing ein bisschen auslagern, dafür muss ich aber noch niemanden anstellen.

Ich habe mir aber tatsächlich jetzt eine virtuelle Assistentin geleistet, weil das eine super Skalierungsmöglichkeit ist, wenn man alleine ist, sich da jemanden zu holen, der ein paar Stunden in der Woche einem zuarbeitet, Buchhaltung macht und dererlei Dinge, die man nicht machen möchte.

Also wenn man sich das leisten kann, ist das, und das Glück habe ich jetzt gerade, ist das eine Empfehlung, weil man kann dann einfach, die Zeit, die frei wird, in wertstiftende Tätigkeiten stecken, und nicht nur Belege zusammensuchen aus seiner Inbox.

Ja, aber in die Richtung wird es jetzt gehen, und die Hoffnung, oder mein Ziel ist es, dass ich halt bereits nächstes Jahr mit Glasswise so weit bin, dass es meinen Lebensunterhalt verdient, damit ich dann nur mehr das machen kann.

Jetzt nähern wir uns dann langsam schon dem Ende der Episode.

Also es wird auf jeden Fall alles unten verlinkt sein, alles, worüber wir gesprochen haben.

Falls sich die Leute das näher anschauen wollen, auch ebenfalls der Podcast, ja, Glasswise und so weiter, also das wird dann alles unten in der Beschreibung verlinkt sein.

Am Ende stelle ich dann gerne noch mal so drei Bulletfragen, damit sich die Leute ein bisschen besser kennenlernen können.

Und die erste Bulletfrage, also sag einfach das Erste, was dir in den Kopf schießt, kannst du das einfach gerne sagen.

Wenn es jetzt Softwareentwicklung und Glasswise und Trigo und Essential Code nicht gibt, was wäre so dein Alternativberuf? Koch, okay.

Dann, normalerweise stelle ich das immer in einem WordPress-Kontext, aber du hast ja mit WordPress ja relativ wenig zu tun, oder? Eigentlich nicht, ja.

Passt, dann stelle ich das vielleicht in einem Agentur-Kontext.

Was ist so das Nervigste bei einer Agentur? Immer wieder das Gleiche zu erklären.

Immer und immer und immer und immer wieder das Gleiche erklären.

Egal wem.

Und am anderen Spektrum, was ist so das Schönste an einer Agentur? Was ist so der Aha-Moment, den man dann hat, oder den du gehabt hast, so, boah, das war jetzt voll wert, die Erfahrung zu machen.

Das war auf einem Ausflug, den man als Trigo gemacht hat mit den Mitarbeiterinnen, und dann realisierst du irgendwann, dass du das, was du liebst, machen kannst mit Menschen, die super cool sind.

Und dann hast du diese Menschen um dich herum, und das war sicher das Coolste.

Das vermisse ich auch tatsächlich am stärksten.

Und gibt es noch eine finale Message, die du an die Zuschauer und Zuschauerinnen weitergeben möchtest? Ausprobieren.

Es ist nie zu spät, und ausprobieren.

Perfekt.

Ja, dann vielen, vielen Dank.

Hat mega viel Spaß gemacht, dass wir uns jetzt über das Agentur-Thema unterhalten konnten, weil da habe ich halt überhaupt keine Erfahrung in Bezug auf Agenturgründen, Agenturleiten und so weiter.

Aber fand ich es mega cool, das von deiner Seite mal gehört zu haben, was so deine Story ist, und bin schon gespannt, wie es bei dir weitergeht.

Super.

Danke, dass ich da sein durfte.

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